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Badische Zeitung – SNURFING KARTOFFELS – Interview

Folgender Text ist am 12. September 2015 in der der gedruckten BZ erschienen. Online ist der Beitrag hier verfügbar. Für alles die es interessiert, gibt’s hier ein paar Hintergrundinfos von Max zu unserem kommenden Snowboardfilm “Snurfing Kartoffels”. Wir waren so frei und haben den Text einfach eins zu eins hier her kopiert. Der Text ist von Nadja Dilger geschrieben. Danke dir.

“SCHWARZWALD-HOMMAGE”

Snowboarder drehen Film über unentdeckte Abfahrten

Die Spots finden sie auf Wanderungen im Sommer, trickreiche Snowboard-Stunts filmen sie an den geheimen Orten dann im Winter. Ihr Film wird eine Hommage an den Schwarzwald.

Das Wasser glänzt an der Oberfläche, die Landschaft ist weit und ruhig. Doch die Ruhe währt nicht lang, plötzlich kommt ein Snowboard angeschossen, das einen jungen Fahrer über das Wasser trägt. Die idyllische, schneeweiße Landschaft wird durch das Rauschen des Wassers durchbrochen und der Snowboarder landet auf der anderen Seite des Sees. Im Hintergrund hört man einige Leute applaudieren.

Was passiert hier? Und: Wie geht das?

Ein wenig Auskunft kann Max Wildenmann geben. Der 31-jährige Kameramann und Besitzer eines eigenen Skate-Modelabels (Be Grotesque), ist für die Szene verantwortlich. Rund zwei Jahre drehte er mit einem Team aus lokalen und bekannten Snowboardern. Darunter Marco Volz (St. Blasien), Philipp Scherzinger (Freiburg) und Luis Eckert (Hinterzarten). Als “leidenschaftliche Hommage an den malerischen Schwarzwald, wo wir zu Hause sind”, beschreibt das Team die Arbeit.

Die Orte, oder auch Spots, wie man es in der Szene nennt, gleichen dabei traumhaften Kulissen, die man sonst nur aus Filmen über St. Moritz oder Aspen kennt. Wo die Spots im Schwarzwald stecken, will Filmemacher Wildenmann jedoch nicht preisgeben. “Das ist meist mit einer langen Suche verbunden und passiert oft schon im Sommer, wenn man eine Runde Wandern geht und erkundet, wo man im Winter vorbeischauen könnte. Mein Bruder Robert ist da der Experte, er läuft tagelang durchs Hinterland auf der Suche nach was Neuem”, sagt er.

Codewort “Kartoffel”

Seit mehr als 20 Jahren fährt Wildenmann Snowboard. Schon früh ging er mit seinem Bruder auf die Pisten, stets mit einer Kamera in der Hand. Über die Jahre folgten Freunde, die sich den Brüdern anschlossen. Beim Filmen gab es jedoch immer wieder Kommunikationsprobleme, sodass die Fahrer nach einem Codewort suchten, um dem Kameramann klar zu machen, wann sie mit einem Trick beginnen. “So entstand irgendwann das Wort Kartoffel”, wie Wildenmann erklärt. Zusammen sind die jungen Männer das “Kartoffelpack”. Ihr Film trägt den passenden Namen “Snurfing Kartoffels” – was einerseits für den Spaß beim Snowboarden steht, andererseits für trickreiches Fahren. “Der Titel steht für all das, was wir machen”, sagt Wildenmann.

Ein weiterer Grund, warum sich Wildenmann und sein Team nicht für Laax oder St. Moritz als Filmkulisse entschieden haben: Der Film sollte persönlich sein. Der Schwarzwald habe genügend Facetten und liege direkt vor der Haustür. Einige Spots im Film liegen nicht immer auf einem Berg, sondern erinnern stark an ein Schwimmbad oder an einen Hinterhof. “Um urbane Spots zu finden, muss man mit wachsamen Augen durch die Gegend fahren – meistens entdeckt man sie zufällig”, sagt der Filmer mit einem Lächeln.

Wie auch Luis Eckert, wuchs Wildenmann im Schwarzwald auf – wenn auch ein wenig nördlicher. Der in Pforzheim geborene und Stuttgart lebende Filmer mag die große Snowboardszene um den Höchsten, und weiß, dass es bei viel Schnee alles gibt, was Snowboarder-Herzen höher schlagen lässt. Wenn auch der befahrene See im Film nicht ganz im südlichen Teil des Waldes liegt. “Da sind wir vielleicht ein wenig weiter raus über die Grenze gefahren”, sagt Wildenmann und klärt anschließend das Phänomen zur Wasserüberquerung: “Wenn man sich ein wenig weiter nach hinten lehnt und viel Geschwindigkeit hat, schafft man es einwandfrei über den See.”

Premiere: Der Film “Snurfing Kartoffels” wird am 14. November im Club Waldsee in Freiburg zu sehen sein.